Beschäftigungsrekord bei Erneuerbaren Energien – 436.000 Beschäftigte

Die Bertelsmann Stiftung hat in ihrer aktuellen Analyse die Beschäftigungsentwicklung in der Erneuerbaren-Branche für das Jahr 2025 ausgewertet. Das zentrale Ergebnis: Mit 436.000 Beschäftigten wurde ein neuer Höchststand erreicht – ein Plus von rund vier Prozent gegenüber dem bisherigen Rekordjahr 2023. Auch bei den Investitionen wurde mit 37,5 Milliarden Euro ein neuer Bestwert verzeichnet.

Inhaltsverzeichnis

Die Bertelsmann Stiftung hat in ihrer aktuellen Analyse die Beschäftigungsentwicklung in der Erneuerbaren-Branche für das Jahr 2025 ausgewertet. Das zentrale Ergebnis: Mit 436.000 Beschäftigten wurde ein neuer Höchststand erreicht – ein Plus von rund vier Prozent gegenüber dem bisherigen Rekordjahr 2023. Auch bei den Investitionen wurde mit 37,5 Milliarden Euro ein neuer Bestwert verzeichnet.

Die Windenergie bleibt mit 172.000 Beschäftigten der mit Abstand größte Bereich und verzeichnete seit 2023 ein Wachstum von etwa 30 Prozent. Bemerkenswert ist die gegenläufige Entwicklung in der Photovoltaik: Trotz eines spürbaren Zubaus an Anlagen sank die Beschäftigung im Solarsektor auf knapp unter 90.000 – ein Effekt, den die Studie vor allem auf den hohen Importanteil bei Solarmodulen zurückführt. Die Wertschöpfung entsteht damit zunehmend nicht mehr bei der Modulproduktion, sondern bei Planung, Engineering, Installation und Betriebsführung – also genau in den Leistungsbereichen, in denen mittelständische EPC-Unternehmen tätig sind.

 

👉 Quelle: Bertelsmann Stiftung (2026): Beschäftigungsrekord bei erneuerbaren Energien, aber Kehrtwende der Politik gefährdet Arbeitsplätze.

 

Das eigentliche Muster: Beschäftigung folgt der Planungssicherheit, nicht dem Ausbau

Die zentrale Erkenntnis der Studie liegt nicht in den absoluten Zahlen, sondern in ihrer Erklärung. Beschäftigung in der Erneuerbaren-Branche entsteht nicht automatisch durch technologischen Fortschritt oder steigenden Energiebedarf – sie folgt der politischen Verlässlichkeit. Sobald der regulatorische Rahmen ins Wanken gerät, reagieren Unternehmen mit Investitionszurückhaltung, und Arbeitsplätze gehen verloren.

Die Studie belegt dieses Muster anhand mehrerer historischer Einbrüche:

  • Nach der Kürzung der Photovoltaik-Förderung zwischen 2011 und 2013 halbierten sich die Beschäftigtenzahlen im Solarsektor nahezu – von 156.700 auf 70.200 Beschäftigte. Bis 2017 sank die Zahl weiter auf unter 40.000.
  • Die Windbranche verlor nach der Einführung neuer Ausschreibungsverfahren im Jahr 2016 innerhalb von nur zwei Jahren rund ein Fünftel ihrer Arbeitsplätze.
  • Selbst die junge Wärmepumpen-Branche musste im Zuge der politischen Debatte um das Gebäudeenergiegesetz einen Rückgang von 28 Prozent hinnehmen, bevor sich die Beschäftigung wieder erholte.

Roman Wink, Studienautor der Bertelsmann Stiftung, bringt die Konsequenz auf den Punkt: Die Fehler der Vergangenheit dürfen sich nicht wiederholen – Politik muss verlässliche, langfristig tragfähige Rahmenbedingungen schaffen, damit Investitionen und Arbeitsplätze in der Branche stabil bleiben.

Was das für Unternehmen mit hohem Energieverbrauch konkret bedeutet

Für Entscheider in energieintensiven Unternehmen – ob in der Produktion, in der Logistik oder bei der Bewirtschaftung großer Hallenflächen – lässt sich aus der Studie eine klare Handlungslogik ableiten: Investitionsentscheidungen in Photovoltaik, Speichersysteme oder Ladeinfrastruktur sind langfristige Infrastrukturentscheidungen. Sie zahlen sich nur dann verlässlich aus, wenn der regulatorische Rahmen über die gesamte Nutzungsdauer stabil bleibt.

Aktuell entsteht durch den genehmigten Industriestrompreis ein konkretes Zeitfenster mit genau dieser Art von Planungssicherheit: Energieintensive Unternehmen werden bis 2028 durch eine Deckelung des Strompreises entlastet. Die Besonderheit dabei ist die Zweckbindung: Die Hälfte der eingesparten Mittel soll gezielt in die Transformation hin zu Erneuerbaren Energien investiert werden. Für Unternehmen bedeutet das nicht nur eine kurzfristige Kostenentlastung, sondern einen politisch gesetzten Investitionsauftrag mit klarem Zeithorizont.

Gleichzeitig verweist die Studie auf mehrere anstehende Gesetzesvorhaben – darunter die EEG-Novelle, das Gebäudemodernisierungsgesetz, das Netzpaket sowie ein geplantes Kapazitätengesetz –, deren konkrete Ausgestaltung maßgeblich darüber entscheiden wird, ob der aktuelle Beschäftigungs- und Investitionsrekord Bestand hat. Unternehmen, die jetzt handeln, sichern sich einen Vorsprung, bevor sich der regulatorische Rahmen erneut verändert.

Porträt von Hendrik Schemmer, Fachberater Photovoltaik bei der COEBIZ GmbH in Coesfeld

Ihr Ansprechpartner

Hendrik Schemmer

Fachberater Photovoltaik

Handlungsempfehlungen: Wie Unternehmen die aktuelle Phase der Planungssicherheit nutzen

  • Investitionsentscheidung nicht isoliert betrachten: PV-Anlage, Gewerbespeicher, Lastspitzenkappung und Ladeinfrastruktur sollten als zusammenhängendes Energiesystem geplant werden, nicht als Einzelmaßnahmen.
  • Zeitfenster des Industriestrompreises aktiv nutzen: Die vorgeschriebene Reinvestitionsquote von 50 Prozent in die Transformation lässt sich strategisch mit ohnehin geplanten Infrastrukturprojekten verbinden.
  • Wertschöpfung im Blick behalten: Da laut Studie ein wachsender Anteil der Beschäftigung im Bereich Planung, Installation und Betriebsführung entsteht, lohnt sich die Auswahl eines EPC-Partners, der alle Leistungsphasen aus einer Hand abdeckt.
  • Regulatorische Entwicklungen beobachten: EEG-Novelle, Netzpaket und Kapazitätengesetz werden die Rahmenbedingungen der kommenden Jahre prägen – frühzeitige Beratung reduziert das Risiko von Fehlinvestitionen.
  • Stromvermarktung von Anfang an mitdenken: Wer heute in Erzeugung und Speicherung investiert, sollte die Vermarktung überschüssiger Energie und Flexibilität als zusätzliche Ertragsquelle direkt mitplanen.

FAQ´s zur Studie und zum Industriestrompreis

Wie viele Menschen arbeiten aktuell in der Erneuerbaren-Branche in Deutschland?

Laut der Studie der Bertelsmann Stiftung waren 2025 rund 436.000 Menschen in der Branche der Erneuerbaren Energien beschäftigt – der bisherige Höchststand seit Beginn der Erhebung.

Warum sinkt die Beschäftigung in der Photovoltaik-Branche trotz steigendem Anlagenzubau?

Die Studie führt dies vor allem auf den hohen Importanteil bei Solarmodulen zurück. Die Wertschöpfung verlagert sich zunehmend von der Modulproduktion hin zu Planung, Installation und Betriebsführung von PV-Anlagen.

Was bedeutet der Industriestrompreis konkret für energieintensive Unternehmen?

Der genehmigte Industriestrompreis deckelt bis 2028 den Strompreis für energieintensive Unternehmen. Die Hälfte der dadurch eingesparten Mittel ist zweckgebunden für Investitionen in die Transformation hin zu Erneuerbaren Energien vorgesehen.

Welche gesetzlichen Änderungen könnten die Planungssicherheit in den kommenden Jahren beeinflussen?

Die Studie verweist insbesondere auf die anstehende EEG-Novelle, das Gebäudemodernisierungsgesetz, ein neues Netzpaket sowie ein geplantes Kapazitätengesetz als zentrale regulatorische Weichenstellungen.

Wie unterstützt COEBIZ Unternehmen bei der Transformation ihrer Energieinfrastruktur?

Als EPC-Unternehmen entwickelt COEBIZ Photovoltaikanlagen, Gewerbespeicher, Lösungen zur Lastspitzenkappung, Ladeinfrastruktur und Konzepte zur Stromvermarktung als integriertes Gesamtsystem – von der ersten Analyse über Planung und Bau bis zum laufenden Betrieb.

Fazit: Jetzt handeln, solange der Rahmen stabil ist

Die Studie der Bertelsmann Stiftung macht deutlich: Der aktuelle Beschäftigungs- und Investitionsrekord in der Erneuerbaren-Branche ist kein Selbstläufer, sondern das Ergebnis eines – aktuell noch – verlässlichen politischen Rahmens. Für Unternehmen mit hohem Energiebedarf ergibt sich daraus eine klare Empfehlung: Die Kombination aus Industriestrompreis, Reinvestitionspflicht und stabiler Förderkulisse schafft ein Zeitfenster, das sich für den Aufbau einer zukunftsfähigen Energieinfrastruktur strategisch nutzen lässt.

Als erfahrener EPC-Partner begleiten wir Unternehmen aus Industrie, Produktion und Logistik dabei, dieses Zeitfenster fundiert zu nutzen – mit einer Energieinfrastruktur, die heute wirtschaftlich ist und auch unter veränderten regulatorischen Bedingungen von morgen trägt.

 

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